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Die Technik der Oberahmer Peldemühle 

Der zweistöckige Galerieholländer in Sande - Neustadtgödens stammt aus dem Jahre 1764. Noch heute verfügt die Windmühle über zwei Mahlgänge und einen Peldegang. Die Flügel werden mittels einer doppelten Windrose über ein Kegelradgetriebe, welches im Jahre 1893 Drehhaspel und Steert ersetzte, automatisch der jeweiligen Windrichtung angepasst.

Die Geschichte der Mühle


Der zweistöckige Galerieholländer mit 2 Mahl- und einem Peldegang steht außerhalb Neustadtgödens auf dem ursprünglich jeverschen Oberahm, das Fräulein Maria v. Jever 1575 dem Graf Anton Günter v. Oldenburg vererbte. Östlich liegt Sanderahm, ("Fullriege") und das Oberahmer Vorwerk, eines der größten Marschplätze mit über 300 ha besten Bodens. Der Graf vermachte dieses Land seinem Sohn, dem Grafen von Aldenburg, dessen Tochter Sophia Elisabeth sich 1680 mit Franz Heinrich, erstem Grafen von Fridag vermählte. Der Distrikt Oberahm gehörte zum Brautschatz und kam somit zur Herrlichkeit Gödens. 1744 fiel die Grafschaft Ostfriesland mit Gödens an Preußen. Trotz der bleibenden Rechte des Hauses Gödens galt der Oberahm als "ausländisch", dokumentiert durch einen an der Grenze aufgestellten Schlagbaum. Der "Pförtnerweg", weist noch heute auf diese Stelle hin.

Die neue preußische Wirtschafts- und Steuerpolitik, die hohe Importzölle für Waren aus dem Ausland vorsah oder die Einfuhr sogar völlig untersagte, war für den Grenzort Neustadtgödens, dessen Wirtschaft vom Handel abhängig war, verheerend. In Ostfriesland galt weiterhin die 1611 im "osterhusischen Akkord" durch Cirksena garantierte freie Mühlenfahrt. Ausnahmen waren die Herrlichkeiten. So herrschte auch in Neustadtgödens Mühlenzwang. Die Neustädter durften ihr Korn nur zur Neustädter Roggenmühle bringen. Diese Bockwindmühle wurde 1619 erbaut, 1695 von ihrem damaligen Standort (heute lutherische Kirche) zur "Hohen Lucht" umgesetzt. Für die übrige Herrlichkeit war die Dykhauser Mühle (Küpers Mühle) vorgeschrieben. Diese Regelung bewirkte, dass zwar die Bewohner der königlichen Ämter und Flecken in den Herrlichkeiten mahlen lasen durften, die Mühlenfahrt in der entgegen gesetzten Richtung jedoch untersagt war. Im Zuge der Tatsache, dass die Mühlenabgaben in diesen Fällen nicht nach Preußen, sondern an die jeweiligen Herrlichkeiten fielen und die königlichen Mühlenpächter sich über diese Wettbewerbsverzerrung beschwerten, kam es 1754 zum sog. "Mahledigt". Die Mühlenfahrt in die Herrlichkeiten und die Stadt Emden wurde bei Strafe verboten. 1764 erhält der Kaufmann Wienrancke (1738-1791) durch das Haus Gödens die Genehmigung, auf jeverländischem Gebiet mit dem Bau der Oberahmer Mahl- und Peldemühle zu beginnen. Als "Jeverscher" war es ihm nun möglich, alle kauffähigen Mengen an Gerste und Weizen aufzukaufen, um sie dann in Bremen und Münsterland wieder abzusetzen. Die fälligen Abgaben erhielt dann das Haus Gödens.

Von 1831 bis 1874 saß die Müllerfamilie Rösing auf der Mühle, die dann als Eigentum an den Grafen von Wedel-Gödens fiel. In den Achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts übernahm Johannes Heeren die Mühle und vergrößerte den Betrieb um eine Bäckerei. 1925 übernahm dessen Neffe, der Müllermeister Martin Eilers den Betrieb, den er noch bis 1966 weiterführte.. 1978 wurde die stark baufällige Mühle mit dem dazugehörigen Wohnhaus von der Familie Pankow / Albers übernommen und im Jahre 1984/85, größtenteils durch öffentliche Mittel, Geld- und Sachspenden restauriert. Nach einem Sturmschaden 1999 lag die Mühle mehrere Jahre brach und konnte erst in den Jahren 2004/2005 erneut restauriert werden. Dabei wurden wesentliche Teile der tragenden Konstruktion aufwändig ausgebessert und das bis dahin einfache Windrad durch ein doppeltes ersetzt, so dass die Mühle jetzt eine neue Silhouette zeigt.

Wegbeschreibung zur Mühle


Über die A 29 aus Richtung Oldenburg kommend, Abfahrt Anschlussstelle Zetel. Wenn Sie sich rechts halten, erreichen sie nach etwa drei Minuten linkerhand die Abzweigung nach Neustadtgödens. Dies ist die Sanderahmer Straße, auf der sie nach gut drei Minuten Fahrt, die Parkmöglichkeiten direkt vor der weithin sichtbaren Mühle erreichen.

Aus allen anderen Richtungen kommend folgen Sie bitte der Ausschilderung Neustadtgödens, im Ort selbst dann den zahlreich aufgestellten blauweißen Hinweisschildern „Oberahmer Peldemühle".

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