Kopperhörn - Weitere Angaben

Die Geschichte 

Die Kopperhörner Mühle ist nach der viel älteren Neuender Kirche (zweite Hälfte des 14. Jahrhunderts) auf einem der ältesten Bauplätze im heutigen Wilhelmshaven entstanden. Eine interessante Darstellung über die Situation und die Deichführung an der Küste zur Maade und Jade am Ufer der Heete findet sich vonTheodor Murken, einem ehemaligen Chefredakteur der „Wilhelmshavener Zeitung". Die Nachrichten über eine Mühle in Kopperhörn reichen bis 1547 zurück. Der Mühlenstandort lag wahrscheinlich auf einem alten Deich, der im Hohen Mittelalter nach Norden als Deich gegen die Maadebucht an einem Heete-Siel gebaut wurde. Hinrich Pelser war Eigentümer der damaligen Bockmühle. Sie wurde gegen Ende des 17. Jahrhunderts von einem Sturm zerstört.

Die Landesherrschaft in Jever ließ darauf hin 1698 eine neue Mühle an ihre Stelle setzen. Sie wurde für 80 Taler jährlich zunächst verpachtet. Um 1790 wurde sie von Luderus Ulrich Scheer erworben, der sie an Renke Irps verkaufte, von dem Popke Hermann Janssen sie bekam. Janssen starb 1798. Nachfolger wurde sein Sohn Hermann. Dessen Sohn Popke Janssen verkaufte die im Jahre 1839 als Holländermühle mit Galerie erneuerte Mühle 1853 zusammen mit 32,95 ha Ländereien dem Marine-Fiskus.

Wegen der zu erwartenden hohen Unterhaltungskosten verkaufte dieser die Mühle 1878 an
H. Meents. Der Müller ließ im Nebengebäude der Mühle 1908 eine Motormühle einbauen, um vom Wind unabhängig zu sein. 1910 war Müller Harms und anschließend Heinrich Gathemann Eigentümer der Mühle. Um ihren Abbruch zu verhindern, kaufte sie 1922 die Stadt Rüstringen und verpachtete sie an ihren vorherigen Eigentümer Gathemann. Pachtnachfolger von 1939 bis 1961 wurde E. Bahlau. Diskussionen um die mögliche Nutzung der Mühle, die nun auch unter Denkmalschutz steht, zogen sich über mehrere Jahre hin, bis Anfang der 80er Jahre die Stadt entschied, die Mühle von Grund auf zu renovieren. Vorher hatte der Müllermeister Gerhard Donker die Stadt Wilhelmshaven auf die Möglichkeit hingewiesen, die Mühle wieder in funktionsfähigen Zustand versetzen zu können. Die Stadt kaufte mit dieser Absicht aus der Donkerschen Mühle in Esens das Mahlwerk und Müllereimaschinen, die genau den Maßen der Kopperhörner Mühle entsprachen.

Durch Mühlenbaumeister Heinrich Mönck aus Großefehn wurde 1982/83 das Gangwerk neu erstellt und der Sackaufzug und das Mahlwerk eingebaut, so dass die Mühlenflügel wieder bewegt werden konnten. Eine Bruchstelle in einem der Mühlenflügel wurde 1984 repariert. 1985 wurde von der Stadt die brüchig gewordene Galerie erneuert. Der Einbau der Müllereimaschinen schloß den Innenausbau ab. Die Unterhaltung liegt weiterhin bei der Stadt Wilhelmshaven als Eigentümerin.

In einem schweren Sturm brach am 15. September 1994 ein Mühlenflügel. Die Mühle stand nur noch mit einem Flügelpaar bis Mai 2000.
Antrieb, Aufzug, Mahlwerk, kurz die gesamte Technik ist gut erhalten.

Eine völlige Erneuerung der Kappe, der Flügel und des Kroyringes bewirkten im Sommer des Jahres 2000 die beiden Mühlenvereine unter Jochen Haase.  Die Restaurierungsarbeiten wurden 2002 abgeschlossen.

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