Accum - Weitere Angaben

Die Technik der Accumer Mühle 

Der Galerieholländer, dessen Kappe von einer Windrose in den Wind gedreht wird, wurde 1746 erbaut. Die ursprünglich als Getreide- und Peldemühle gebaute Windmühle verfügt heute über zwei voll betriebsfähige Mahlgänge, einen Sechskornsichter zur Mehlfeinsortierung und eine Haferquetsche. Die Mühle ist 16 Meter hoch. das Flügelkreuz mit je zwei Jalousie- und zwei Segelflügeln misst 20 Meter, die Windrose 5 Meter im Durchmesser.

Die 1846 erbaute, zur Mühle gehörige Scheune wurde vollkommen restauriert. Als Caf? und Versammlungsraum bietet sie bis zu 80 Personen Platz. 1990/91 wurde ein Backhaus mit einem nachgebauten Tunnelbackofen errichtet. Mühle, Backhaus und Scheune ermöglichen es heute, den Werdegang vom Korn zum Brot praktisch und theoretisch zu vermitteln. Die Backtermine entnehmen Sie bitte dem >> Veranstaltungskalender

Die Geschichte der Mühle

Der Bau der Accumer Windmühle datiert auf das Jahr 1746. Accum stand damals mit Varel und Kniphausen unter der Herrschaft der Reichsgräfin Charlotte Sophie von Bentinck, einer geborenen Aldenburg. Dieser geistreichen Freundin des französischen Schriftstellers und Philosophen Voltaire rechnet man den wiedergefundenen Gründungsstein des Mühlenbaus zu, der aus dem Lateinischen übersetzt lautet:

Du hast recht, hier siehst Du keine die Maße der sich stolz brüstenden ägyptischen Pyramiden erreichende Masse, aber einen Mühlstein, der sie an Nützlichkeit überragt. Ich wurde errichtet unter der Schirmherrschaft der Reichsgräfin Charlotte Sophie von Bentinck, geb. Gräfin von Aldenburg, Herrin von Varel, Kniphausen und Dorwerth, 1746 nach Christus."

250 Jahre lang, von 1746 bis 1986, als die Gemeinde Schortens die Mühle übernahm, ernährte die Accumer Mühle die auf ihr sitzenden Müllerfamilien mal recht, mal schlecht. Ihre Erbauer Wiebrand Ehmen und Hinrich Hinrichs hatten die Mühle in Erbpacht gehabt. Aber schon 1752 wurde die minderjährige Tochter als Vollwaise des Hinrich zur Erbin der Mühle. 1758 pachtete der aus Horsten stammende Chriselius Fooken die Mühle, die er 1761 aufkaufte. Der Müllerbetrieb blieb nun für 90 Jahre im Besitz der Familie Fooken. In dieser Zeit wurde sie von manch hartem Schicksalsschlag betroffen. Die letzte Erbin, Anna Gesina Rohlfs, war 1830 im Alter von 13 Jahren Vollwaise. Wieder mussten Vormünder die Mühle verwalten.

Nach weiteren Besitzwechseln kaufte Heinrich Friedrich Leerhoff die Mühle 1926. Erst 1962 gab der 76jährige Müller den Mühlenbetrieb auf. Sein Sohn Ernst Leerhoff betrieb die Accumer Mühle als Nebenerwerbsmüller weiter. Für den eigenen Bedarf hielt er den Mühlenbetrieb aufrecht und sorgte, bis die Gemeinde Schortens 1986 die Mühle übernahm, dafür, dass die Mühle in Schuss blieb und das Mühlensterben überlebte. Nach drei Generationen sind die Leerhoffs bis heute der Mühle in Accum eng verbunden geblieben.

Der Arbeitskreis Accumer Mühle

Seit zehn Jahren besteht in Accum bei Wilhelmshaven der Arbeitskreis Accumer Mühle. Die Mitstreiter dieses Arbeitskreises hatten sich im Jahre 1987 zusammengefunden um mitzuhelfen, die Windmühle in Accum zu erhalten. Dieser Arbeitskreis, der zunächst im Heimatverein Schortens organisiert war,  ist im Jahr 1994 der selbständige Betreiber der Mühle in Accum geworden.

Viele Eigenarbeiten zur Instandhaltung der Mühle wurden in den letzten Jahren vom Arbeitskreis durchgeführt. Unter anderem wurden die beiden oberen Böden und die Kappe überholt. Den Hauptmahlgang und den Elevator reparierte ein Mühlenbauer. Seit 1995 werden Backmehle und Futterschrot mit zwei Mahlgängen hergestellt. In der umgebauten Scheune neben der Mühle ist ein regelmäßiger Cafebetrieb eingerichtet. Dort werden Backwaren aus eigener Herstellung angeboten.

Die Wegbeschreibung zur Mühle

Aus Richtung Varel kommend über die A29 in Richtung Wilhelmshaven, Abfahrt „Kreuz Wilhelmshaven" über die B 210 in Richtung Schortens. In Schortens nach den beiden Tankstellen an der Ampelkreuzung rechts abbiegen und über Grafschaft nach Accum fahren.

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