Ruttel - Weitere Angaben

Die Technik der Rutteler Mühle 

Der 1865 erbaute zweistöckige Galerieholländer verfügt über drei Mahlgänge, einen Getreidequetschgang und ein Sägewerk. Durch die Windrose auf der Kappe der 20 Meter hohen Mühle werden die 21 Meter langen und je 2,10 Meter breiten Flügel in den Wind gestellt. Etwa 200 Tage im Jahr reicht der Wind aus, um die Mühle anzutreiben. Dann wird mit Windkraft Getreide gemahlen.

Die Rutteler Mühle ist die einzige Windmühle Deutschlands, in der noch Holz gesägt wird. Die horizontale Gattersäge bearbeitet Baumstämme bis zu einem Durchmesser von 1 Meter und
10 Meter Länge. Das gusseiserne Horizontal-Sägegattter, das nur über ein Blatt verfügt, stammt aus Berlin und wurde zum 50. Betriebsjubiläum von Müllermeister Wilhelm Egenhoff 1982 an der Stelle des alten Sägegatters eingebaut.

Die Geschichte der Mühle


1865 erbauten die Gebrüder Theilen die Rutteler Holländermühle. Als sie in Betrieb ging, konnte der Müller einen Weizenmahlgang, einen Graupenpellgang und einen Roggenmahlgang mit Windkraft betreiben. Hernach wechselten die Eigentümer mehrfach. 1879 wurde die Mühle für 16.000 Mark an die Firma Knurr, Herz & Früsmer verkauft, die in Neustadt-Gödens eine Getreidehandlung betrieben. Als 1886 Johann Heinrich Cordes in den Besitz des Anwesens kam, baute der neue Müller ein Maschinenhaus mit Schornstein und stellte die Mühle 1893 auf Dampfkraft um. Später wurde sogar ein Deutz Schiffsdieselmotor eingebaut. Eine Windrose und Jalousieklappen folgten.

Auch die Sägerei bildete einen Erwerbszweig des Müllers. Dessen Sohn Friedrich Cordes erneuerte 1922 das Sägewerk. In der Wirtschaftskrise der 30er Jahre ging das Unternehmen aber in Konkurs.

Zum 1. Mai 1932 eröffnete der Müllermeister Peter Egenhoff, der vorher eine der Zwillingsmühlen in Greetsiel in Pacht gehabt hatte, den Mühlenbetrieb neu. Er hatte das Anwesen mit 2,5 ha Land und einem Bauernhaus für 20.000 Mark gekauft. Wie ehedem gehörte auch eine Bäckerei mit zum Betrieb. Von der Müllerei allein konnte man nicht leben. Die Bäckerei wurde schon vor dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgegeben. Allein der Umstand, dass 1969 sein Sohn Wilhelm Egenhoff die Mühle übernahm, sicherte ihre Erhaltung.

1980 wurde eine Grundsanierung nötig. 1982 erneuerte der Müller das Sägegatter. Sein Sohn Peter Egenhoff hat mittlerweile den Mühlenbetrieb übernommen. Daneben wird ein Müsliladen und seit 1993 ein Mühlencafé betrieben.

Der Mühlenladen

Das ganze Korn oder frisch gemahlenes Mehl, ein besonderer Tee oder Gesundes zum Naschen : wir bieten Ihnen ausgewählte Naturkostwaren an.
Mehle und Schrote werden bei uns natürlich mit Windkraft gemahlen!

Wir können Ihnen anbieten:

    Weizenmehl                Backtriebmittel            Weizenvollkornmehl        Hülsenfrüchte
     Weizenschrotmittel     Weizenflocken              Gesundheitstee              Tee
      Roggenmehl                Roggenschrot                Roggenvollkornmehl       Roggenflocken
       Nüsse                            Nudeln                             diverse Müsli
        Gerste und  Hafer         Dinkel  und Reis             Grünkern und Hirse        Gewürze
         Buchweizenmehl           Öle und Ölkerne               Trockenobst

Das Mühlencafé
Die weiträumige Diele mit ihren kleinen Sprossenfenstern gibt den Blick auf das Mühlengelände frei. In dieser typischen friesischen Umgebung ist Zeit für eine gemütliche Kaffeetafel mit selbstgebackenem Kuchen. Sonntags gibt es ein reichhaltiges Frühstücksbuffet mit selbstgebackenem Brot und Brötchen (von 10.00 – 12.00 Uhr); bitte reservieren Sie dafür. Angemeldete Gruppen können auch ein reichhaltiges Abendbrot bekommen.

Führungen durch die Mühle sind nur nach vorheriger Anmeldung möglich. Wir erbitten dann zum Erhalt der Mühle eine Spende  von 1 Euro pro Besucher.

Backseminare werden auf Wunsch für angemeldete Gruppen und Personen angeboten.

 

Die Wegbeschreibung zur Mühle


Die Rutteler Mühle liegt direkt an der B437 zwischen Varel und Friedeburg, ca. 2 km hinter Neuenburg auf der rechten Seite.

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